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17.07.2013
von 
Kategorie: Korsett Nähschule

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Hier ein kleiner Überblick über die Werkzeuge, die man braucht, um ein Korsett zu nähen. Neben einer Nähmaschine und den üblichen Schneider-Utensilien wie Maßband, Schere und Nadeln gibt es nämlich noch ein paar weitere nützliche Dinge.

Zuerst einmal wäre da die Ösen, für die Löcher im Stoff vorstochen werden müssen. Es gibt zwei Möglichkeiten: die Löcher können in den Stoff gestanzt werden, d.h. es wird ein kleines rundes Loch in den Stoff geschnitten oder sie können mit einer Ahle vorgebohrt werden.

Das Stanzen geht entweder mit einer Revolverzange, einem Locheisensatz mit kleinem Durchmesser (gibts beides im Baumarkt) oder dem Werkzeug, das den Ösenpackungen beiliegt. Nachteil dieser Methode ist, das der Stoff unter Zug (und auf den Ösen eines Korsetts liegt ja durch das Schnüren einer ganz enormer Zug) schneller einreissen kann.

Ich bevorzuge es, die Löcher für die Ösen mit einer Ahle vorzubohren. Der Stoff dabei wird mit der Ahle nur verdrängt und es entsteht ein Loch zwischen den Kett- und Schußfäden des Stoffs ohne dass der Stoff dabei verletzt wird. Die Gefahr des Einreissens ist dadurch deutlich geringer. Leider ist das nur bei kleineren Ösen-Durchmessern möglich, bei Durchmessern über 6 mm wird es meist unmöglich oder zumindest ziemlich spannend, die Öse in das vorgebohrte Loch zu bekommen, da hilft dann doch meist nur das Ausstanzen.

Hat man es geschafft, schöne Löcher für die Ösen vorzubereiten, kommen die Ösen selbst ins Spiel. Es ist ganz wichtig, nur Ösen mit Scheiben zu verwenden, da die Ösen ohne Scheiben garantiert ausreissen, sobald sie etwas unter Zug stehen. Um die Ösen an Ort und Stelle zu bringen, kann man entweder eine Ösenzange mit den passenden Aufsätzen verwenden, wer hat, kann eine Spindelpresse benutzen oder aber auch hier wieder das kleine Plastik-Werkzeug aus den Ösenpackungen.

Richtig profimäßig ist die Spindelpresse, sie macht das Einsetzen der Ösen wirklich ganz leicht, aber so eine Presse haben wohl die wenigsten zuhause. Die Anschaffung lohnt sich auch erst, wenn man wirklich häufig Ösen verarbeitet.

Eine gute und erschwingliche Lösung ist eine Multizange, durch die austauschbaren Aufsätze kann man damit alle Größen Ösen einsetzten aber auch andere Dinge wie z.B. Druckknöpfe.

Wer nur ab und zu Ösen einschlagen muss, kommt auch erst mal mit dem Werkzeug, das den Ösenpackungen beiliegt, einem Hammer und einer festen Unterlage (!!) gut aus.

Um die Endkappen auf die fertig abgelängten Stäbe zu bringen (damit sich die Stäbe nicht durch den Stoff drücken) eignet sich eine breite Flachzange aus dem Werkzeugkasten. Damit lassen sich die Endkappen schön fest auf den Enden der Stäbe andrücken.

Hilfreich ist auch ein Fläschen Fray-Check. Hier handelt es sich um eine Versiegelungsflüssigkeit, die dafür sorgt, daß das Gewebe nicht ausfransen kann. An kniffeligen Ecken so manches mal meine letzte Rettung! Allerdings sollte man die Flüssigkeit nur auf Stellen auftragen, die links oder innen am Korsett sind, da man das Fray-Check auf den meisten Stoffen auch nach dem Trocknen noch sehen kann.